17.02.2020 - 10:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wurde 40-Jährige zum Drogenschmuggel gezwungen?

Verhandlung vor dem Schöffengericht Weiden gegen eine in Österreich lebende Slowakin lässt viele Fragen offen. Angeblich wurde sie unter Androhung von Gewalt zum Drogenkauf gezwungen. Fortsetzung am 3. März.

Symbolbild
von Autor hczProfil

Mit fast 100 Gramm Crystal wurde eine 40-Jährige im Juli vergangenen Jahres auf der B 299 erwischt. Sie kam aus Tschechien. Im Auto mit österreichischen Kennzeichen befanden sich zudem ihr 20-jähriger Sohn sowie ein 28-jähriger Mann. Das Rauschgift, das sie im Auftrag türkischer oder albanischer Hintermänner hatte kaufen sollen, sei zum Weiterverkauf in der Alpenrepublik bestimmt gewesen, gab die, von Rechtsanwalt Thomas Bäumler verteidigte Frau vor dem Schöffengericht unumwunden zu. Allerdings sei sie dazu gezwungen worden sagte sie zu den genannten Tatvorwürfen von Staatsanwältin Sandra Dechant.

An ihrer Arbeitsstelle in einem Baumarkt in Oberösterreich sei morgens um 4 Uhr ein „türkisch aussehender, furchteinflößender Mann“ aufgetaucht, habe ihr eine Pistole an die Stirn gehalten und ihr befohlen, zusammen mit ihrem Sohn nach Eger zu fahren und dort ein Päckchen zu holen. Am ersten Stand sollte sie nach „Pico“ (Crystal, Methamphetamin) fragen, 2000 Euro zahlen – sonst würde ihr und ihrem Sohn „etwas passieren“, erzählte die in Österreich lebende Slowakin.

In der Zeit, als sie in Weiden in U-Haft saß, seien die Männer, die sie bedroht hätten, zu Haftstrafen verurteilt worden. Jedoch sei während ihrer U-Haft ihr Auto völlig zerstört worden. Auch sei in ihre Wohnung eingebrochen worden und des nachts werde manchmal heftig an ihre Wohnungstür geklopft. Einmal sei auch von der Straße in ihre Wohnung geschossen worden, sagte die Frau.

Die Vorkommnisse am Wohnort der Angeklagten bestätigte ein, mit dem österreichischen Landeskriminalamt häufig zusammenarbeitender Dolmetscher. Er habe dies von einem Polizeibeamten erfahren, sagte er. Außerdem sagte eine mit dem Sohn befreundete 22-Jährige aus, dass sie mitbekommen habe, dass die Familie terrorisiert worden sei.

Ein Polizist der Weidener Kriminalpolizei wusste nichts von Hinweisen auf Zwang. In Österreich seien Verfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowohl gegen die 40-Jährige, als auch gegen ihren Sohn anhängig, berichtete der Polizist. In einer Haarprobe der Frau seien Rückstände gefunden worden, die auf „gelegentlichen bis regelmäßigen“ Konsum von Methamphetamin hindeuten würden.

Um Licht in die Bedrohungslage und die Verwicklung der Angeklagten in polizeiliche Ermittlungen zu erlangen, verfügte Richter Hubert Windisch die Vorladung von zwei österreichischen Polizeibeamten. Diese sollen am Dienstag, 3. März um 13.30 Uhr vor dem Schöffengericht aussagen.

Am zweiten Verhandlungstag fällt das Weidener Gericht das Urteil:

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