11.12.2019 - 15:59 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Abschied von der "Wirtsbärbel"

Ihre ungewöhnliche Lebensgeschichte war vor Jahrzehnten eine Sensation. Die Wogen glätteten sich. Bärbel Bierler war als Gastwirtin bekannt, beliebt und geschätzt.

Bärbel Bierler, die "Wirtsbärbel", begleiteten Hunderte von Trauergästen auf ihrem letzten Weg.
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde die im Alter von 69 Jahren Verstorbene in Neunaigen beerdigt. Mehrere hundert Trauernde begleiten sie auf ihrem letzten Weg. Beim feierlichen Requiem war die Neunaigener Kirche prall gefüllt und noch mehr Trauergäste mussten draußen warten, weil sie keinen Platz mehr fanden. Pfarrer Markus Ertl hob noch einmal hervor, dass die Bärbel mit ihren Gästen sowohl die Freuden, als auch ihre Sorgen geteilt habe und stets um das leibliche Wohl ihrer Gäste bemüht war. Sie habe sich viel um Andere gesorgt.

Angeführt von den Kaoliner Musikanten mit einem Trauermarsch, setzte sich dann ein nicht endend wollender Trauerzug zum Friedhof in Bewegung, wo die Beisetzung in feierlicher Zeremonie stattfand.

Mit der Bärbel habe man über alles reden können. Sie war leutselig und eine gute Gastgeberin und Köchin. Sie war freundlich und verständnisvoll, gern lustig, mochte Kinder, Tiere, Blumen und ihren Garten. So wird die Bärbel von ihren zahlreichen Gästen beschrieben. Eine Neunaigenerin beklagt: "Mit der Wirtsbärbel ist Neunaigener Urgestein verloren gegangen".

Dabei hatte es die Bärbel im Leben nicht immer einfach. Als Kind wollte sie als Georg schon immer Bärbel wie ihre Mutter heißen und musste oft spöttische Bemerkungen anderer Kinder und Erwachsener über sich ergehen lassen. Georg bekannte sich zu seinem Wesen, zog Frauenkleider an und ließ sich schließlich operieren, was zur damaligen Zeit eine Sensation war und für sehr viel Gerede sorgte. "Die Bärbel war damals ein sehr hübsches Mädchen", kann man von ihren gleichaltrigen Bekannten hören. Als tüchtige und beliebte Gastwirtin mit ihrem "Gasthof zum schwarzen Bären" war sie dann seit Jahrzehnten in Neunaigen voll akzeptiert und anerkannt.

Bärbel hinterlässt einen Ehemann und einen Adoptivsohn. In der Todesanzeige steht: "Wer sie gekannt hat, weiß was wir verloren haben".

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