23.01.2020 - 10:18 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

"Zoigleck" im Herzen der Stadt

Unzählige Zuhörer drängen ins Rathaus, um bei der Stadtratssitzung dabei zu sein. Auf der Tagesordnung steht ein wichtiger Punkt, der das Erscheinungsbild von Windischeschenbach positiv verändern wird.

Nach dem Willen des Stadtrats soll auf dem Gelände unterhalb des Kommunbrauhauses schon bald Leben einkehren. Der Platz wird zum Info-Point umgestaltet und dient künftig als Standort für die Windischeschenbacher Zoiglskulptur.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Der Platz unterhalb des Kommunbrauhauses in Windischeschenbach stand im Mittelpunkt der Stadtratssitzung. Die Zuhörer strömten am Mittwochabend regelrecht in den Sitzungssaal. Bei den Interessenten handelte es sich hauptsächlich um Kommunbrauer. Auch Zoiglwirt Georg Forster war gekommen. Diesem lag besonders viel an den Plänen, da ihm der Grund gehört, auf dem Stadtgeschichte geschrieben werden soll. Forster überlässt der Stadt das Grundstück zu Kondiditonen des Erbbaurechts.

Bürgermeister Karlheinz Budnik erläuterte zunächst die Überlegungen, die zur Entscheidung geführt hatten, den Platz zwischen Kommunbrauhaus und Bach umzugestalten. "Das Kommunbrauhaus ist Ausgangspunkt vieler Stadtführungen", sagte Budik. Allerdings sei das Umfeld nicht einladend. Deshalb war schnell klar: "Hier sollte die Stadt mit einem Info-Point Akzente setzen", machte der Rathauschef deutlich. "Auch die Zoiglskulptur würde von der Thematik her sehr gut dazu passen."

"Wir haben das Gelände mit Regina Harrer von der Regierung der Oberpfalz besichtigt", berichtete Budnik. Diese sei begeistert gewesen und habe signalisiert, dass die Stadt hierfür mit finanzieller Unterstützung aus der Städtebauförderung rechnen könne. Der Bürgermeiste dankte besonders Georg Forster, der voll und ganz mit viel Herzblut hinter diesen Plänen steht.

Details stellte anschließend Ralf Köferl von Kuchenreuther Architekten aus Marktredwitz vor. Er kennt sich bestens mit den Gegebenheiten aus, da er auch die Beratungsgespräche mit all jenen Privatleuten führt, die Geld aus der Städtebauförderung in Anspruch nehmen wollen. "Wir haben bis jetzt schon 40 Gespräche geführt", sage der Planer. "Das ist der Wahnsinn, was da in Windischeschenbach abgeht", stellte er erfreut fest, bevor er seine ersten Entwürfe für das neuen "Zoigleck" präsentierte.

Das 200 Quadratmeter große Grundstück stellt ein Dreieck dar, was nach den Worten des Architekten gut zum Zoiglstern passt. Auf dem Gelände könnten die Zoiglskulptur mit einem ebenerdigen Brunnen, mehrere Info-Tafeln, Sitzgelegenheiten und ein Zugang zum Bach verwirklicht werden. Zurzeit ist der Stadtbach noch hinter einem Maschendrahtzaun versteckt und gibt kein schönes Bild ab. Als besonderen Gag könnte er sich eine Bierleitung vorstellen, die es ermöglicht, Zoigl aus dem Brunnen zu zapfen. Dieser Vorschlag sorgte bei Räten und Zuhörern für wohlwollendes Gelächter. "Im Paradies fließt Milch und Honig, in Windischeschenbach Zoigl", merkte der Bürgermeister scherzhaft an. Auch Künstler Harald Bäumler kann sich seine Zoiglskulptur gut an dem schöngestaltetem Platz vorstellen.

Treppen zum Bach hinterunter könnte als Sitzgelegenheiten dienen. "Wir will, kann im Sommer seine Füße reinhalten", sagte der Architekt. Außerdem schlug er vor, um die Info-Tafeln Hopfen ranken zu lassen. Eine erste Kostenschätzung beläuft sich auf 214.000 Euro. 60 Prozent davon würden aus Mitteln der Städtebauförderung kommen. Für die Stadt bleiben 85.000 Euro übrig.

"Damit setzen wir einen ersten Akzent Richtung Stadtsanierung", warb Bürgermeister Budnik für das Projekt. Die Fraktionen begrüßten einstimmig das Vorhaben. "85.000 Euro sollten wir unserem Stadtbild schuldig sein", signalisierte Heinz Uhl die Zustimmung für die CSU. Auch die SPD kann sich mit den Plänen gut anfreunden. "Wir sind froh, dass die Zoiglskulptur nicht am Stadtplatz aufgestellt wird", sagte Werner Sauer. "Der Platz ist gut", bekräfte Josef Söllner für die Freien Wähler. "Nun ist die unendliche Geschichte endlich einmal vorbei." Stefan Seitz (SPD) regte an, für die Gestaltung die ISEK-Projektgruppe mit ins Boot zu holen.

Der Parkplatz unterhalb des Kommunbrauhauses wir zum "Zoigleck". Ralf Köferl von Kuchenreuther Architekten stellt einen ersten Entwurf vor.

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