10.10.2019 - 16:42 Uhr
AmbergSport

Elf Fragen an Linda Trager (DJK Ensdorf)

Ein Novum in unserer Serie: Erstmals steht eine Fußballerin Rede und Antwort – zu etwas anderen Fragen. Linda Trager erzählt, welcher Kommentar zum Frauenfußball sie am meisten ärgert, und warum sie in der Kabine selten Musik auflegen darf.

Linda Trager.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Linda Trager spielt, wie sie sagt, auf der "Ribery-Position", links außen vorne. Mit 18 Jahren hat sie begonnen, davor war sie in der Leichtathletik und im Tennis aktiv. Die 25-Jährige arbeitet in Ensdorf im Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit.

ONETZ: 1. Warum sind Sie bei der Sportart Fußball gelandet und nicht bei Pilates?

Linda Trager: Weil meine ganze Familie fußballbegeistert ist. Als ich klein war, habe ich immer gesagt, dass Frauen nicht für Fußball geeignet sind. Aber mit 18 habe ich angefangen, das hat mir Spaß gemacht, vor allem durch den Mannschaftsgedanken. Meine Meinung habe ich geändert (lacht). Zu hundert Prozent!

ONETZ: 2. Welches Ritual pflegen Sie kurz vor einem Spiel?

Linda Trager: Ich höre laut Musik davor, daheim noch. Die "Toten Hosen" und so was, da motiviere ich mich. Da muss meine Familie durch, denn ich will immer laut mitsingen.

ONETZ: 3. Ihre Rückennummer ist die 7. Warum?

Linda Trager: Weil die 7 die Trager-Nummer ist in Ensdorf. Mein Papa (Lother Trager, auch der Trainer der Damen, Anm. d. Red.) hat sie gehabt, ein Bruder hat die 7, der andere Bruder die 17.

ONETZ: 4. Was ist das Gesprächsthema im Auto bei einem Auswärtsspiel?

Linda Trager: Ich kann leider nicht über alles sprechen, weil ich immer mit meinem Papa fahre, das ist der Trainer (lacht). Aber übers Weggehen und so. Es sind immer lustige Autofahrten.

ONETZ: 5. Mit welchem Vergehen haben Sie die Mannschaftskasse bereichert?

Linda Trager: Hauptsächlich wegen nicht geputzter Schuhe. Da bin ich immer ein bisschen faul. Das kostet aber nicht so viel, so zwei Euro. Das legen wir mannschaftsintern fest. Da hat der Papa nichts zu melden (lacht). Aber vielleicht schaut unsere Kassiererin jetzt eher drauf.

ONETZ: 6. Was war der dümmste Kommentar, den Sie je auf oder abseits des Spielfeldes zum Thema Frauenfußball gehört haben?

Linda Trager: Mich regt es auf, wenn manche sagen: Frauenfußball kann man nicht anschauen, weil er so langsam ist.

ONETZ: 8. Welche Musik läuft bei Euch in der Kabine?

Linda Trager: Sehr unterschiedlich. Viele hören gerne Schlager oder Kirwamusik. Aber manche sind dagegen, dann dürfen wir das nicht hören. Ich darf nicht so oft auflegen, weil mein Musikgeschmack angeblich nicht so gut ist. Aber wenn ich auflege, dann kommen die Toten Hosen oder Wolfgang Petry.

ONETZ: 9. Sara Däbritz oder Alexandra Popp? Wer ist Ihr Vorbild?

Linda Trager: Sara Däbritz natürlich. Erstens kenne ich sie persönlich und zweitens finde ich sie vom Charakter her super.

ONETZ: 10. Was trinkt Ihr nach einer Niederlage, was nach einem Sieg?

Linda Trager: Bei einem Heimspiel immer Bier oder Radler. In der Kabine hinterher. Wenn jemand Geburtstag hat, dann spendiert sie das oder wir bekommen eine Kiste von der DJK.

ONETZ: 11. Wofür bekommt Ihr vom Trainer den häufigsten Anpfiff?

Linda Trager: Die Kommunikation auf dem Platz. Wir sind zu still. Das glaubt man fast nicht bei Frauen, ist aber anscheinend so. Meint unser Trainer. Und dass wir uns gegenseitig mehr helfen sollen im Spiel.

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