06.10.2019 - 20:22 Uhr
Neustadt an der WaldnaabSport

Neustädter Basketballer unterliegen abgezockten Ex-Profis

Routine ist an diesem Tag alles. Die Neustädter Regio-Basketballer erhalten bei Tabellenführer Veitshöchheim eine Lehrstunde in Effektivität. Doch aus der am Ende deutlichen 62:80-Niederlage kann das junge DJK-Team viel lernen.

Wie beim Sieg der Neustädter Basketballer gegen Bayreuth (Bild) ist auch das Auswärtsspiel in Veitshöchheim sehr körperbetont.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Es war ein seltsam anmutendes Duell: Liam Archer, Nachwuchs-Aufbauspieler der Neustädter Basketballer gegen den Veitshöchheimer Nico Wucherer. Knapp 30 Jahre und acht Zentimeter Körpergröße liegen zwischen dem DJK-Talent, das am Spieltag seinen 20. Geburtstag feierte, und dem 1,89 Meter großen Ex-Bundesliga-Akteur (49) in Reihen der TG Sprintis Veitshöchheim. Ein Aufeinandertreffen mit besserem Ende für den Routinier.

Obwohl das Duell kein spielentscheidender Faktor für den 80:62 (42:31)-Erfolg der TG am Samstag war, war es doch symptomatisch. Der Aufsteiger und Tabellenführer mit ehemaligen Profis von Bundesliga bis hin zur 1. Regionalliga spielte seine Routine voll aus. Das Team um TG-Spielertrainer Christian Gabold legte einen starken 10:2-Start hin, während sich Neustadt zunächst an der intensiven Defensive abarbeitete.

"Das erste Viertel gegen eine 1:3:1- beziehungsweise 3:2-Zone hat uns das Leben sehr schwer gemacht und wir haben gleich den Beginn trotz zweier Auszeiten verpasst", erzählte DJK-Coach Stefan Merkl. "Unser eigenes Zonensystem dagegen hat nicht richtig funktioniert und wir müssen jetzt analysieren, woran es gelegen hat. Defensiv waren wir gegen das abgezockt gespielte 'Pick and Roll' unterlegen. Den dominierenden Center Christoph Hackenesch (13 Punkte) und Gabold (17) konnten wir nur bedingt vor uns halten."

Zu allem Überfluss verletzte sich noch Aktivposten Archer am Sprunggelenk, als er beim Dreierversuch gefoult wurde. Der 20-Jährige traf zwei der drei daraus folgenden Freiwürfe, versuchte weiterzuspielen, musste dann aber aufgeben. "Liam hat offensiv und defensiv eine sehr ansprechende Leistung gezeigt. Sein Ausfall war schon ein Knacks, auch die Verletzung von Jojo (Klughardt) kam zu einem Zeitpunkt, als wir auf vier Punkte dran waren", sagte Merkl.

Den Knackpunkt für die verdiente Niederlage sah der Coach aber woanders. "Wir wollten als jüngeres und schnelleres Team das Spieltempo eigentlich hochhalten. Das haben wir aber nur bedingt geschafft." Veitshöchheim gelang es sehr gut, über weite Strecken den Spielfluss zu verschleppen und zu verhindern, dass die DJK näher herankam. Die DJK ihrerseits blieb bis Mitte des dritten Viertels mit etwa sechs Punkten Rückstand konstant in Schlagdistanz. Das vielbeschworene spielerische Moment wechselte aber nicht - im Gegenteil. "Im Schlussviertel haben uns die Foulbelastung der Big Men und die eigenen Fehler in der Offensive aus der Bahn geworfen." Die "Veits" bauten die Führung auf 18 Punkte aus.

"Man kann den Jungs vom Einsatz her keinen Vorwurf machen. Letztlich hat uns gegen eine starke Zone auch das Wurfglück von Außen gefehlt", stellte Merkl fest, der auch viel Positives sah: "Wenn wir diszipliniert im System geblieben sind, haben wir sehr gute Szenen gehabt." Der Coach blickte nach vorne: "Alles in allem ist das kein Beinbruch. Auswärts in Veitshöchheim kann man mal verlieren." Sein Team müsse weiter hart arbeiten. "Trotz des Ergebnisses ist die TG nicht so weit weg. An einem guten Tag können wir sie schlagen."

DJK: Scott (13 Punkte/1 Foul), Merkl (11/3), Meißner (8/4), Archer (7/0), Stych (7/4), Aßheuer (5/3), C. Sailer (4/4), J. Sailer (4/3), Stein (3/0), Fritsch (0/2) und Klughardt

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.