23.10.2019 - 15:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Alexej Ebel ist Weltmeister im Kickboxen

Weiden hat einen Weltmeister. Und zwar in einer Kampfsportart, die dem Athleten einiges an Schnelligkeit, Beweglichkeit und Präzision abfordert.

Alexej Ebel ist Kickbox-Weltmeister: Der 46-Jährige gewann im irischen Cork den Amateur-Titel in seiner Klasse.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Vor einem Jahr hatte Alexej Ebel den Titelgewinn noch knapp verpasst, nun hat er Versäumtes nachgeholt: Bei der Kickbox-Weltmeisterschaft für Amateure am vergangenen Wochenende stand der 46-Jährige aus Weiden ganz oben auf dem Podest. „Ich habe mich monatelang vorbereitet und sehr hart trainiert“, sagt der Kampfsportler. „Aber es hat sich gelohnt.“

Bei den Welttitelkämpfen der International Sport Karate Association (ISKA) stieg Ebel in der Kategorie „Leichtkontakt“ in der Altersklasse 40 bis 49 Jahre (unter 70 Kilogramm) in den Ring. Neben dem Deutschen, der sich durch zwei erste Plätze bei den Munich Open 2019 für die WM qualifiziert hatte, stellten sich in seiner Kategorie zwei Franzosen, ein Portugiese und ein Kasache dem Kampf um die Medaillen.

Ebel musste zunächst gegen den Osteuropäer ran. „Der Kasache hat technisch gut und sauber geboxt“, sagt Ebel über seinen Gegner. Mit 4:0 sprachen die Kampfrichter dennoch dem Weidener deutlich den Sieg zu. „Ich spiele im Ring viel mit dem Rhythmus, das hat dem Kampfgericht gefallen.“

Nur wenige Minuten nach dem Halbfinale stand Ebel im Endkampf dem Portugiesen gegenüber, der zuvor die beiden Franzosen bezwungen hatte. „Ich bekam keine Pause, weil ich einen Kampf weniger hatte“, erklärt Ebel. „Dadurch wollte man meinen Vorteil etwas ausgleichen. Das war auch okay so.“

Anders als der Kasache setzte der Portugiese auf eine kampfbetonte Technik, die ihm aber nicht viel weiterhalf. Erneut einstimmig kürte die Jury den Deutschen zum Sieger und damit zum Weltmeister.

Erstaunlich: Ebel hatte erst vor zweieinhalb Jahren zum Kickboxen gefunden, nachdem er jahrelang Karate betrieben hatte. Die Erfolge stellten sich aber schnell ein. Nach vier Monaten Training gewann er bereits sein erstes Turnier. Für die WM 2018 qualifizierte er sich über den Sieg beim Diamond-Cup in Würzburg. Bei den World Championships auf Jamaika im vergangenen Jahr verlor er dann allerdings den Endkampf, woraufhin er sich mit seinen Betreuern vom Spartan Kickbox Team Weiden zusammensetzte und seine Fehler analysierte. „Das sind total erfahrene Trainer. Besser könnte ich es nicht haben“, lobt Ebel die Trainingsbedingungen.

Insgesamt nahmen in Irland rund 2000 Kickboxer an der Amateur-WM teil. „Es war ein tolles Erlebnis“, urteilt. Ebel. Ob der Nationalkaderkämpfer bei der WM 2020 in den USA seinen Titel verteidigen wird, weiß er noch nicht: „Es kostet viel Zeit und Mühen, auf diesem Niveau zu kämpfen.“

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