11.10.2019 - 23:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Nur ein Punkt statt Derbysieg

Die Blue Devils haben im prestigeträchtigen Derby den Sieg vor Augen. Nach einem Zwei-Tore-Rückstand schlagen die Selber Wölfe aber zurück und gehen in der Verlängerung noch als Sieger vom Eis.

Szene vor dem Tor von Devils-Goalie Daniel Filimonow, der beim Derby in Selb seinen Kasten bis ins Schlussdrittel hinein sauberhielt. Bis zur 43. Minute führten die Weidener mit 2:0, doch die Oberfranken schafften den Ausgleich und gewannen dann in der Verlängerung mit 3:2.

So dicht dran an drei Punkten waren die Blue Devils selten im Selber Wolfsbau: Nicht einmal fünf Sekunden fehlten den Blau-Weißen zum Triumph im Nachbarduell, am Ende zog die Mannschaft aber mit 2:3 (1:0, 1:0, 0:2, 1:0) nach Verlängerung doch den Kürzeren. Der Stachel der Enttäuschung saß nach Spielschluss entsprechend tief bei den Gästen.

"Wir haben 40 Minuten lang hart gearbeitet, der Ausgleich kurz vor Schluss war deshalb bitter", sagte Trainer Ken Latta. "Da haben wir die Scheibe einfach nicht rausgebracht." Sein Gegenüber Henry Thom zollte seinem Team Respekt: "Weiden war zwei Drittel lang besser. Aber dann haben sich meine Spieler zurückgekämpft."

Vor einer ansprechenden Derbykulisse schlugen die Blue Devils von Beginn an die erwartete taktische Marschrichtung - in der Verteidigung kompakt stehen, nach vorne auf Konter lauern - ein. Dieses Vorhaben setzten die Gäste konsequent um. Selb konnte sich gegen den Weidener Abwehrriegel nur selten durchsetzen, hatte kaum gefährliche Aktionen zu verzeichnen. Die Blau-Weißen übten Kontrolle über den Gegner aus und fuhren auch den einen oder anderen Gegenangriff. In der 9. Minute dann die Führung für Weiden: In einer unübersichtlichen Situation vor dem Selber Tor bugsierte Marco Habermann die Scheibe halb im Fallen ins gegnerische Netz zum 0:1. Erst in der Schlussphase des ersten Drittels kamen die Oberfranken etwas besser in die Partie und übten phasenweise Druck auf das Weidener Tor aus.

Im Mitteldrittel erwischte die Latta-Truppe dann einen Auftakt nach Maß. Keine 30 Sekunden waren gespielt, da zappelte der Puck zum zweiten Mal im Selber Kasten. Nach einem dicken Abwehrschnitzer der Wölfe landete der Puck über Martin Heinisch und Philipp Siller bei Tomas Rubes, der versetzte mit einer Klasseaktion den Selber Keeper und versenkte die Scheibe zum 2:0 im Netz.

Der Treffer zeigte beim Gastgeber Wirkung. Selb kam im weiteren Drittelverlauf nicht in die Gänge, was auch der hervorragenden Weidener Defensivarbeit um den stark haltenden Keeper Daniel Filimonow geschuldet war. Selbst mit drei Überzahlsituationen konnte die Heimmannschaft wenig anfangen. Die Blue Devils gerieten hier kaum in Verlegenheit und bestätigten die Statistik, die sie vor der Partie als drittbeste Mannschaft der Oberliga Süd im Unterzahlspiel auswies. In zwei, drei Situationen hatte Weiden das dritte Tor auf dem Schläger, verpasste aber eine Vorentscheidung.

Ihr Defensivkonzept, das 40 Minuten lang tadellos funktioniert hatte, wollten die Weidener auch im letzten Drittel durchziehen. Allerdings agierte die Mannschaft zu passiv. Selb drängte und kam durch Ian McDonald früh zum Anschlusstreffer (43.). Urplötzlich waren die Wölfe im Spiel und erarbeiteten sich Chancen. Filimonow verhinderte mehrmals den Ausgleich. Die mitgereisten Weidener Fans wähnten ihre Mannschaft bereits als Sieger, da schlugen die Wölfe doch noch zu. Der Selber Trainer Henry Thom nahm den Torwart vom Eis und 4,9 Sekunden vor Schluss gelang ausgerechnet dem Ex-Weidener Florian Ondruschka das 2:2.

Doch damit nicht genug: In der Verlängerung kannte der Selber Jubel keine Grenzen, als 1:23 Minuten vor Ende der Overtime Christoph Kabitzky den 3:2-Siegtreffer für seine Farben erzielte.

Selber Wölfe - Blue Devils Weiden n.V. 3:2 (0:1, 0:1, 2:0, 1:0)

Selber Wölfe: Deske – Silbermann, Ondruschka, Bär, Wenisch, Böhringer, Müller, Nijenhuis – Graaskamp, Hirschberger, Schmidt, T. Zimmermann, Schiener, McDonald, Kabitzky, Gare, Klughardt, Gelke

Blue Devils Weiden: Filimonow – Noe, Klein, Herbst, Schusser, Poldruhak, Schreyer, Bäumler – Geisberger, Clayton, Habermann, Siller, Rubes, Heinisch, Pronath, Kirchberger, Piehler, Wolf, Maschke

Tore: 0:1 (9.) Habermann (Geisberger, Clayton), 0:2 (21.) Rubes (Heinisch, Siller), 1:2 (43.) McDonald (Ondruschka, Gare), 2:2 (60.) Ondruschka (McDonald, Gelke), 3:2 (64.) Kabitzky (Bär, Deske) – Schiedsrichter: Vogl – Zuschauer: 2613 – Strafminuten: Selb 8, Weiden 8

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